Meine besten 7 Tipps für Anfänger*innen beim pferdegestützten Coaching/Erfahrungslernen

Wenn Du Dich für das Coaching mit Pferden interessiert, dann hast Du vielleicht einige Fragen dazu. Ich habe hier ein paar Tipps zusammengestellt, die Dir bei dem Einstieg helfen können. Wenn Du weitere Fragen oder Anregungen hast, hinterlass mir gerne einen Kommentar.

Viel Spaß beim Lesen!

Tipp Nr. 1: Wie finde ich „meine*n“ Coach*in?

Vielleicht siehst Du irgendwo einen Flyer, hörst von jemandem oder liest etwas über das Thema. Die Suchmaschinen werfen jede Menge Treffer aus bei Suchbegriffen wie „Coaching mit Pferden“. In jedem Fall wirst Du wohl auf verschiedenen Websites landen. Wer oder was für Dich passend ist, ist eine sehr individuelle Sache.

Möchtest Du lieber Einzeltermine? Dann solltest Du etwas in der Nähe suchen und Dir überlegen, wie weit Du bereit bist zu fahren. Für einen Wochenend-Workshop lohnt sich auch eine weitere Anreise.

Achte auf die Qualifikation der Person. Es gibt Anbieter, die damit werben, Menschen innerhalb von 4 Tagen (für viel Geld) zu Coach*innen auszubilden, andere Programme dauern Wochen und Monate und verlangen viel mehr Selbsterfahrung des/der zukünftigen Coach*in, was ich sehr wichtig finde. Natürlich gibt es auch Menschen aus therapeutischen Berufen, die zusätzlich eine Ausbildung im Bereich pferdegestütztes Coaching machen. Hier gilt es herauszufinden, was Dir wichtig ist und ein gutes Gefühl gibt. Die Eine möchte vielleicht lieber zu einer bekannten Coachin, auch wenn dort viel mehr „Rummel“ herrscht, die Andere bevorzugt vielleicht eine ruhigere Atmosphäre in einem kleinen Betrieb.

Auch kann der Preis ausschlaggebend sein. Wenn Du jemanden gut findest, der sehr viel Geld verlangt, kann es eventuell sinnvoll sein, dass Du Dich für Deine Nr.2 entscheidest, die besser finanzierbar ist.

Wenn Du nun eine*n oder mehrere Coach*innen zur Auswahl hast würde ich Dir empfehlen, auf jeden Fall ein persönliches oder telefonisches Gespräch zu suchen. Vielleicht könnt Ihr auch eine Videokonferenz machen. Stelle Deine Fragen und erhalte einen kleinen Eindruck von dem Menschen, der Dich möglicherweise eine Weile lang begleiten wird. Selbst ein kurzes Gespräch von 15 Minuten ist da schon sehr hilfreich.

Fühlst Du Dich wohl und gut aufgehoben? Hast Du Vertrauen in die Fähigkeiten der Person? Hör auf dein Gefühl, denn damit liegen wir meistens richtig!

Tipp Nr. 2: Welche Kleidung brauche ich?

Du benötigst dem Wetter angemessene, praktische Kleidung, die auch mal dreckig werden darf.

Bei den Schuhen gilt: geschlossenes Schuhwerk ist Pflicht! Es ist von Vorteil, wenn es dreckig werden darf oder sogar wasserdicht ist. An Pferdeställen liegen Pferdeäpfel rum, es gibt hier und da Matsche oder mal einen schlammigen Abschnitt in der Wiese, dass Gras ist feucht usw.

„Dem Wetter angemessen“ heißt: bedenke, dass es auch mal regnen kann und Du bei Kälte oder Sonne längere Zeit im Freien verbringst.

„Praktisch“ heißt: Mir und den Pferden ist es völlig egal, wie Du aussiehst. Du kannst also ruhig 3 Paar Socken in Wanderschuhen tragen, grüne Hosen und einen lila Mantel mit gepunktetem Regenhut, Hauptsache, Du fühlst Dich wohl. Eventuell kannst Du Dir auch von jemandem, der viel draußen ist, etwas leihen, wenn Du selbst nicht so gut ausgestattet bist.

„die auch mal dreckig werden darf“:  Es gibt ja Menschen, die gehen im Blüschen zum Pferd, gehen genau so sauber nach Hause wie sie gekommen sind und sind glücklich damit. Ich gehöre definitiv nicht dazu. Ich sehe nach 5 Minuten bei den Pferden ein bisschen so aus, als hätte ich dort geschlafen. Erstens haben Pferde Haare, die sie verlieren, zweitens wuseln sie mit ihren Nasen am Boden rum und verteilen den Fund wahlweise auf meinem Shirt, dem Gesicht oder der Hose und drittens ist ein Stall, Paddock oder Reitplatz kein Wohnzimmer, sondern eben draußen, es gibt Erde, Sand, Staub, Sonne, Wind und Regen. Das ist ja das Schöne daran!

Deshalb ist meine Empfehlung ganz klar: Funktion vor Aussehen.

Tipp Nr. 3: Brauche ich Vorkenntnisse oder Erfahrung mit Pferden?

Du brauchst weder Vorkenntnisse noch Erfahrung mit Pferden. Alle Übungen finden am Boden statt und werden so erklärt und angeleitet, dass jede*r es verstehen kann. Außerdem bin ich immer in Deiner Nähe und achte auf Deine Sicherheit.

In den Übungen geht es um das Erleben, Sich-Selbst-Erfahren und Fühlen. Dazu braucht es eine gewissen Bereitschaft von Dir, aber keine Vorkenntnisse oder Erfahrung mit Pferden. Selbst wenn Du Angst vor Pferden hast, Dich aber trotzdem von meinem Angebot angesprochen fühlst, ist das kein Hindernis! Wir können alle Übungen so abwandeln, dass Du Dich sicher fühlst und trotzdem ein tolles Erlebnis hast.

Tipp Nr. 4: Muss ich mein Thema vorher festlegen?

Manche Menschen können ihr zur Zeit vorrangiges Thema ziemlich genau benennen. Das kann unser erster Ansatzpunkt sein, muss es aber nicht. Aus irgendeinem Grund bist Du auf der Suche, wenn Du selbst noch nicht genau weißt, warum, finden wir das zusammen mit den Pferden heraus.

Es ist hilfreich, offen mit schwerwiegenden Problemen umzugehen und auch mit eventuellen körperlichen Einschränkungen. Nicht jede*r Coach*in (echt, das gibt es, ich habs gerade im Duden nachgesehen!) fühlt sich wohl damit, wenn Du schwerwiegende psychische Probleme hast. Geh offen damit um, formuliere Deine Erwartung (oder macht das gemeinsam) und schaut, ob dies im Bereich des Möglichen ist. Gemeint sind hier z.B. schwere Depressionen, Selbstverletzung, Essstörungen, Zwänge usw. Das Coaching mit Pferden kann eine medizinische Therapie nicht ersetzen, aber sehr gut ergänzen.

Für körperliche Einschränkungen gilt: überall findest Du andere Gegebenheiten und Möglichkeiten vor. Wenn Du zum Beispiel nicht gut gehen kannst wäre es ungünstig, wenn zwischen Parkplatz und dem „Arbeitsplatz“ ein weiter Weg zu bewältigen ist. Vieles können wir lösen, wenn wir vorher darüber sprechen.

Tipp Nr. 5: Wie ist der Ablauf?

Wir haben also telefoniert, geschrieben oder sonst irgendwie kommuniziert und es steht fest: Wir starten zusammen auf Deinen Weg des Medizinpferdes!

Normalerweise dauert ein Termin in etwa 90 Minuten. Wir beginnen mit einem Check In, das kann im Seminarraum stattfinden oder schon draußen bei den Pferden. Anschließend folgt die eigentliche Übung. Je nachdem, was wir vorhaben, kannst Du Dir ein Pferd auswählen (reflektive Übung) oder ich suche Dir ein Pferd aus (Übungen zum Erlernen einer Fähigkeit).  Danach können wir über das Erlebte reden, oder vielleicht möchtest Du Dir einige Notizen dazu machen, was Du gerade erlebt hast; gerne bei einer Tasse Tee oder Kaffee, wahlweise drinnen oder draußen. Nichts ist in Stein gemeißelt, vieles ergibt sich aus der Situation heraus und so ziemlich alles orientiert sich an Deinem Bedürfnis. Es gibt natürlich auch einige theoretische Grundlagen, die ich einbaue und bespreche, wie z.B. das Authentische und das Falsche Selbst oder Glaubenssätze.

Bei ersten Termin brauchen wir meist ein bisschen länger, damit wir uns kennenlernen können.

Ich biete auch Schnupper- und Wochenend-Workshops an. Wenn Dir die Arbeit mit den Pferden gefällt und Du Dich intensiver damit beschäftigen möchtest, ist ein Workshop vielleicht genau das Richtige. Theoretische Elemente und Pferde-Übungen wechseln sich ab und die Kursteilnehmer*innen profitieren vom Austausch und den Erfahrungen und Gedanken der Anderen.

Tipp Nr. 6: Was ist das Ziel?

Das Konzept ist so angelegt, dass Du Fähigkeiten übst, und Informationen durch Erfahrung zu Wissen und im optimalen Falle Weisheit werden, um Deine Innere Führung zu erkennen und zu nutzen. In unser Prozess der Selbsterkenntnis arbeiten wir uns durch die Schichten, die sich um unseren wahren Kern, unser Selbst, gelegt haben. Die Reise zu uns selbst ist nie zu Ende. Durch die Erfahrungen und Erkenntnisse mit den Pferden und die Tools, die wir erarbeiten, wirst Du in der Lage sein, viele Dinge selber zu erkennen und zu lösen und Deine Reise Schritt für Schritt fortzusetzen und dabei immer weniger Unterstützung brauchen.

Tipp Nr. 7: Darf ich den Pferde Leckerlies geben?

Irgendwie haben wir das Bedürfnis, den Pferden unseren Dank zu zeigen, und der einfachste Weg sind natürlich Leckereien.

Bitte bringt keine Leckereien für die Pferde mit. Vieles ist nicht gesund für sie (bei Zucker ist das selbstverständlich, aber auch Brot ist nicht unbedingt das ideale Pferdefutter) und die Pferde konzentrieren sich von da an überwiegend aufs Essen, nicht mehr auf die Verbindung zu Euch und ihre „Arbeit“. Zudem können verfressene Pferde echt zudringlich werden, wenn sie etwas in Euren Taschen wittern, was schnell zu einem unfreiwilligen Exkurs in das Thema „Grenzen setzen“ führen kann.

Die Pferde spüren Eure Dankbarkeit! Sie freuen sich viel mehr, wenn Ihr ihnen den Hals krault und es freut mich immer wieder zu sehen, wie sie sowas genießen. Das kann ein schöner Abschluss sein.

 

Weitere Infos findest Du hier:

Was ist pferdegestütztes Coaching?

Interview mit Christina Lamsal, Trainerin für pferdegestütztes Lernen

Warum ich Pferde liebe

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