Monatsrückblick Januar 2022: Ich gehe nicht zurück, ich nehm nur Anlauf!

Frauke Porbeck überlegt, was sie zuerst tun soll: zu sehen sind in Gedankenblasen Insta, Facebook, Newsletter, bloggen, vernetzen

Im Januar ist scheinbar nicht viel passiert – doch ich finde, der Eindruck täuscht. Ich habe einiges gelernt und vieles erreicht, was nicht so offensichtlich ist. Gefühlt nehme ich gerade Anlauf für den nächsten Schritt!

Meine Januar-Challenge: Ich bewege jeden Tag ein Pferd

Ich habe mir vorgenommen, im Januar jeden Tag eins meiner Pferde zu bewegen. Mein Gedanke dabei war, dass die Pferde übergewichtig und unterbeschäftigt sind, und dass es ihnen und mir gut tun würde. Eine Challenge mit mir selber sollte mir helfen, meinen Schweinehund zu überwinden und ins Tun zu kommen. Mein Ziel waren 15 – 30 Minuten Bewegung pro Pferd und Tag, das sollte machbar sein und mir genug Luft lassen, um auch mal „zu pfuschen“: wenn es mal gar nicht klappt könnte ich am nächsten Tag beide Pferde bewegen, dann passte es ja wieder.

Was soll ich sagen? Ich habe viel gelernt! Die erste Hälfte des Januar hat es ganz gut funktioniert, ich habe begonnen, meinen Großen gezielter zu longieren und Übungen schrittweise aufzubauen. Dabei hat mir Mai Lee geholfen, die praktischerweise eine Ausbildung zur Pferdephysiotherapeutin macht. Leider haben wir dann keinen Termin gefunden, um die Übungen weiter zu führen und den nächsten Schritt zu gehen, das hat meiner Motivation nicht so gut getan. Außerdem musste ich feststellen, dass aufgrund meiner Durchblutungsstörungen in den Händen bei Temperaturen um den Gefrierpunkt auch 15 Minuten schon ganz schön lang sein können. Sehr gerne gehe ich mit den Pferden spazieren, aber das macht mein Fußgelenk gerade nicht mit. In der zweiten Januar-Hälfe hat es also eher weniger gut funktioniert mit meiner Herausforderung.

Mein Fazit:

Das „Warum“ ist wichtig. Warum mache ich das? Je klarer das Ziel ist, umso besser kann ich die Herausforderung anpassen und Schwierigkeiten begegnen. Bei Motivationsmangel ist es sehr hilfreich, sich an das „Warum“ zu erinnern.

Das „Wie“ ist wichtig. Wie kann ich das Ziel erreichen? Jeden Tag longieren ist mir zu einseitig, ich muss also Abwechselung ermöglichen. In meinem Fall stellt sich raus, dass ich definitiv einen neuen Sattel brauche, wenn ich die Pferde bewegen will, und die Hufschuhe besser anpassen muss.

Das Drumherum ist wichtig. Ist die Herausforderung für mich zu diesem Zeitpunkt die richtige? Habe ich die Möglichkeiten, das Equipment und die Kapazitäten (Zeit und Energie)? Der Januar war vom Wetter her ein ungünstiger Zeitpunkt für mich.

Flexibilität ist wichtig. Natürlich kann ich durch eine Challenge meine Motivation und meinen Ehrgeiz steigern. Wenn sich herausstellt, dass es nun mal gerade nicht geht/nicht passt/etwas dazwischen kommt, dann macht es Sinn, daraus zu lernen und die Herausforderung anzupassen oder auf später zu verschieben. Es macht keinen Sinn, mich total zu verbiegen und unter Druck zu setzen.

War ich also erfolgreich? Was das Pferde bewegen angeht nur so halb. Was den Lerneffekt betrifft: ja, auf jeden Fall! Über die Herausforderung an sich habe ich viel gelernt und ich habe einen Neuanfang im Pferdetraining gemacht. Ich verbuche dass als Erfolg und was ich gelernt habe, nehme ich direkt mit in meine Februar-Challenge. 🙂

Selfie von Frauke Porbeck mit ihren 2 Pferden
Nach einem Spaziergang: Ehrlich, ein Selfie mit zwei so unterschiedlich großen Pferden ist gar nicht so einfach!

Netzwerken: ich kenne eine*n, die/der kennt da jemanden,…

Ich habe schon mehrfach darüber geschrieben: durch die Veränderungen im privaten Bereich bin ich dazu gekommen, meine Zielgruppe neu zu definieren. Um mein Coaching für junge trans*-Menschen und Angehörige von trans*-Meschen anbieten zu können ist es total hilfreich, ja sogar notwendig, mich mit den entsprechenden Menschen zu verbinden. Dazu zählen Angehörige, Betroffene und Beratungsstellen. Das Gute ist: das hilft mir nicht nur beruflich, sondern ich habe auch privat einen Nutzen davon. Der Austausch von Informationen und Erfahrungen ist total wichtig und auch, einfach mal zu quatschen und zu sehen, wir sind nicht allein!

So langsam zeigt sich die Wirkung meines Netzwerkens: Ich habe eine Gruppe in Hagen gefunden, die mich beziehungsweise uns aufgenommen hat. Das find ich klasse, denn leider habe ich noch keinen trans*-Jugendtreff oder trans*-Elterntreff gefunden, der näher liegt. Sehr gute Erfahrungen haben wir mit dem Sunrise in Dortmund gemacht, doch dort kann unser Kind gerade nicht hin, da er da im Mai ein Praktikum machen wird.

Außerdem wird es ab Februar einen queeren Jugendtreff in Arnsberg geben! Über dieses tolle Angebot von Streetwork Arnsberg für Jugendliche freue ich mich sehr. Mehr darüber findet Ihr auf Facebook und Instagram.

Die erste Durststrecke, wo irgendwie nichts zu passieren scheint, ist überwunden! Das Durchhalten lohnt sich. Also mache ich weiter mit netzwerken und sichtbar werden durch meine Posts und Blog-Artikel. Der Teil meines Plans für dieses Jahr scheint ganz gut zu funktionieren!

Was mache ich nur zuerst?!

Meine Heldentat: der Pferdeanhänger-Verkauf

Letztes Jahr hatte ich einen Pferde-Anhänger übernommen, um ihn zu verkaufen. Ich wollte ihn richtig schön sauber machen, 3 kleine Reparaturen vornehmen und dann schöne Fotos schießen. Das war im September. Im Dezember gab es immer noch keine schönen Fotos und mit dem Hochdruckreiniger arbeiten macht im Winter auch nicht so richtig Spaß. Außerdem zwickte mich mein schlechtes Gewissen, dass ich mein hilfreiches Angebot noch nicht zu Ende gebracht hatte und das Ding stand auch noch immer im Weg rum. Lief also nicht so optimal.

Doch ich habe ja inzwischen gelernt, netter zu mir selbst zu sein und dass es auch leicht sein darf. Also sagte ich „Tschüss“ zu meiner inneren Peggy Perfekt und habe Ende November nicht so schöne Fotos gemacht und eingestellt. Das war ein guter Anfang! Als die ersten Anfragen eintrudelten bestellte ich die Ersatzteile, zumindest 2 von 3. Nummer 3, den Stecker für den Anschluss ans Auto, hatte ich inzwischen total vergessen. Die entscheidende Anfrage kam dann im Januar. Witzigerweise genau dann, als ich mich endlich überwunden hatte, das Ding abzuspritzen und neue Fotos zu machen. Ich kam aber gar nicht mehr dazu, die neue Anzeige mit den neuen Fotos zu einzustellen. Zum Glück erinnerte ich mich kurz vor knapp noch an den Stecker und konnte ihn morgens vor der Abholung noch erfolgreich austauschen.

Was sagt mir das?

Alles hat seine Zeit. Es hat zwar länger gedauert als geplant, doch dafür hat sich ein sehr netter Kontakt ergeben, die Käuferin hat sich gefreut über den tollen Anhänger und wir uns darüber, dass wir den Wunschpreis erzielt haben. Alle sind also glücklich!

Es muss  nicht immer perfekt sein! Einfach mal machen… könnte ja gut werden.

 

Was im Januar sonst noch los war

Wir waren im Schnee spazieren! Das war so schön… hinterher gab es Bratäpfel und Feuerzangenbowle.

Unser kleines Pferd hatte eine Kolik. Zum Glück ist dass sehr selten bei uns und es war auch nicht so dramatisch.

ein schwarzes kleines Pony mit offenem Maul
Wenn er könnte, würde er sich wohl übergeben.

Ich hatte einen Zoom Call mit Nova vom Sunrise in Dortmund. Es ging um mein Coaching-Angebot, da wollte ich gerne ihre Meinung hören, und um das Interview mit ihr, auf das ich selber schon ganz gespannt bin. Ich arbeite an den Fragen, versprochen!

Ich habe ein Buch gelesen, eine Schubkarre gekauft und vier Blog-Artikel geschrieben. Mein Favorit: Mein Motto für 2022: Go with the Flow!

Im Rahmen der Content Society habe ich meine Über-Mich-Seite überarbeitet. Schau doch mal!

Und darauf freue ich mich im Februar

  • Es wartet eine neue Challenge auf mich! Ein Yogi hat eine Einbein-Stand-Challenge vorgeschlagen: wir starten mit 20 Sekunden (pro Bein) und steigern täglich um 20 Sekunden. Das hört sich erstmal easy an, aber… 28 mal 20 Sekunden sind fast 10 Minuten. Pro Bein! Es wird spannend.
  • Im Februar findet erstmals der erwähnte queere Jugendtreff in Arnsberg statt und ich bin sooo gespannt, was unser Kind erzählen wird.
  • Im der KW 7 erstellen wir unsere Startseite. Das wird eine ganz eigene Herausforderung.
  • Ich freue mich auf den Interview-Blogartikel mit Nova und auf das Webinar „trans* für Fachkräfte – Grundlagen und Tipps“.

 

 

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