Trans*-Kind unterstützen – so geht´s!

trans* kind

Du hast den Verdacht, oder vielleicht auch schon die Gewissheit, dass Dein Kind trans* ist. Hier findest Du eine kleine Anleitung, wie Du Dein trans*-Kind unterstützen kannst.

Trans* bedeutet, dass sich eine Person nicht mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht identifiziert. Das kann zum Beispiel bedeuten, dass bei der Geburt aufgrund der Körpermerkmale das Geschlecht weiblich zugewiesen wurde, der Mensch sich aber selbst als männlich definiert. Es ist dann ein trans*-Junge (oder trans*-Mann).

Es gibt auch Menschen, die sich nicht vollständig als weiblich oder männlich einordnen oder als keins von beidem. Das nennt man nicht-binär oder non-binary. Das empfundene Geschlecht stimmt also ebenfalls nicht mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht überein. Viele nicht-binäre Menschen bezeichnen sich deshalb auch als trans*.

Um diese Vielfalt abzubilden, benutzen wir das Wort trans in Verbindung mit dem Sternchen.

Übrigens, weitere Begriffserklärungen zum Thema trans* und rund um den Regenbogen findest Du in meinem Glossar!

Ob ein Mensch trans* ist, kann sich zu sehr unterschiedlichen Zeitpunkten zeigen: Manche Kinder äußern sich schon sehr früh dahingehend und identifizieren sich z.B. als das jeweils andere Geschlecht. Andere wiederum stellen in der Pubertät fest, dass ihre Eigenwahrnehmung und die Außenwahrnehmung nicht übereinstimmen. Manche Menschen stellen erst im Erwachsenenalter fest, dass sie trans* sind. Das war vor allem früher häufig der Fall, als noch viel weniger Wissen, Informationen, gesellschaftliche Sichtbarkeit und Akzeptanz vorhanden waren.

Abbildung verschiedener Dinge: Kleid, Lippenstift, Ballerina, Küche, Puppe, Krankenschwester, Auto, Polizist, Fußballer, Cowboy, Zug
Typisch Mädchen, typisch Junge… oder?!

Du möchtest also wissen, wie Du Dein trans*-Kind unterstützen kannst?

Höre zu.

Wie äußert sich Dein Kind über Geschlecht, Geschlechterrollen, über seinen/ihren und andere Körper? Wenn es den Wunsch äußert, zum anderen Geschlecht zu gehören (oder nicht-binär zu sein) ist das je nach Alter unterschiedlich einzuschätzen. Bei jüngeren Kindern kannst Du darauf achten, wie häufig es darüber spricht und über welchen Zeitraum. Teenager machen das häufig lange mit sich selbst aus. Wenn sie mit uns Eltern darüber sprechen, sind sie sich meist schon relativ sicher.

Frage nach.

Nachfragen sind erlaubt und auch wichtig. Allerdings ist die Grenze zwischen interessierter Nachfrage und aufdringlicher Fragerei sehr individuell. Es ist nur ein schmaler Grat, also frage Dein Kind nicht ständig, ob es trans* ist oder nach seiner/ihrer sexuellen Orientierung. Auch hier spielt das Alter eine große Rolle: bei kleineren Kindern kannst Du eher mal nachfragen, bei Jugendlichen sind Fragen nur in sehr kleinen Dosen willkommen.

Sei interessiert.

Sei aufgeschlossen: wofür interessiert sich Dein Kind? Welche Spiele spielt es, welche Rollen nimmt es ein? Wenn Dein Kind schon älter ist, welche Bücher liest es, welche Filme schaut es? Bei unseren Teenies ist es zum Beispiel total spannend, sich mal die favorisierten Youtube-Videos oder Insta-Posts zeigen zu lassen.

Informiere Dich.

Wenn Du Dein Kind verstehen und unterstützen möchtest, besorge Dir Informationen. Es gibt gute Beratungsangebote, tolle Webseiten, Selbsthilfegruppen, Bücher und vieles mehr zu dem Thema trans*-Kind. Je besser Du Dich auskennst, umso besser kannst Du Dein Kind unterstützen auf seinem Weg. Vielleicht kannst Du hier und da auch mal Dein (jugendliches) Kind fragen, wenn Du etwas suchst oder nicht verstehst. Die wissen oft sehr gut Bescheid und sind stolz, wenn sie uns was beibringen können.

Achte auf Deine Wortwahl!

Weise auch andere Menschen darauf hin, wenn sie sich unpassend oder verletzend ausdrücken. Das ist ein starkes Signal für Dein Kind! Wörter wie Transe, Schwuchtel, Kampflesbe, usw. sind diskriminierend, verletzend und nicht lustig.

Respektiere die Gefühle Deines Kindes.

Auch wenn es sich als Phase herausstellen sollte, im Moment ist dies die Realität Deines Kindes. Du solltest das unbedingt ernst nehmen. Dazu gehört auch Verschwiegenheit. Wenn sich Dein Kind outet, erzähle es niemandem ohne die ausdrückliche Erlaubnis Deines Kindes! Das gilt hauptsächlich für Jugendliche, kleine Kinder gehen meist viel selbstverständlicher mit dem Thema trans* um.

Deine Probleme sind DEINE Probleme.

Es liegt in Deiner Verantwortung, Dich darum zu kümmern. Such Dir Hilfe, es gibt auch für Dich Beratungs- und Unterstützungsangebote, Selbsthilfegruppen und so weiter. Trauer, Wut, Zweifel, Unsicherheit, Angst und Sorgen, all diese Gefühle sind normal und verständlich. Wie wird es weiter gehen? Was werden die anderen sagen? Es kann schwerfallen, die neue Identität, den neuen Namen und neue Pronomen zu akzeptieren. Mit Unterstützung und durch den Austausch mit anderen Eltern von einem trans*-Kind wird es Dir sicher leichter fallen.

Infobroschüren und ein Buch zum Thema trans* Kind
Informiere Dich sorgfältig und vielseitig.

 

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